Temporis Skripta

Das epische Erstlingswerk "Temporis Skripta: Prolog zur Finsternis" erscheint in zwei Bänden: Exordium und Exitus mit über 1.000 Seiten.

Wer mehr darüber wissen will erhält mit dem Auszug: "Aus dem Buch der Tage" einen kleinen vorab Einblick.

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Aus dem Buch der Tage:


Dies ist nun das Ende der Welt. Es gibt nichts mehr für das es sich zu leben lohnt. Wie viele Tage seit der allerletzten Schlacht vergangen sind kann ich nicht sagen. Sobald ich meine Augen schließe, sehe ich den Untergang allen Lebens vor mir.
Jeder den ich kannte kam zu Tode, als der Höllensturm losbrach und das Firmament in Flammen stand und wie eine glühende Decke über dem Land lag. All meine Freunde, meine Familie, einfach jeder! Weder die tapferen Waldläufer, noch die Heerscharen der Ritter, nicht einmal die göttlichen Wesen konnten sich gegen Luzifer, seinen Drachen und den Namenlosen erwehren.
Ich sah, wie mein Bruder samt seiner prächtigen Rüstung in den Höllenstürmen verging. Doch nichts schmerzt mich mehr, als der Verlust meiner großen Liebe.
Ich höre noch immer ihr schweres Atmen und sehe das Entsetzen in ihren Augen. All meine Kraft reichte nicht aus, um sie und unser ungeborenes Kind zu schützen. Sie starben in meinen Armen. Juliana, ich schwor für die Freiheit zu kämpfen, doch nun habe ich keine Kraft mehr. Verzeih mir!
In diesen Stunden gingen die Erzengel Seraphim und Sucellus allen voran in den Tod. Sucellus stürzte in die Unterwelt und wurde getötet. Und obwohl Seraphim vom himmlischen Glanz umgeben war, wurde er seiner göttlichen Kraft beraubt. Luzifer selbst entriss ihm sein Flammenschwert und schlug ihm damit die Flügel aus purem Licht ab.
Der Höllenfürst ließ ihn an einen Felsen ketten, umgeben von Feuer und flüssigem Stein, um Gottes Schöpfung zu verhöhnen. Dort wird er bis in alle Ewigkeit gefesselt sein und voller Trauer über eine zerstörte Welt blicken.
Als dann der Erdboden aufbrach und sich das Innerste nach Außen kehrte, erlosch das Leben Hunderttausender. Plötzlich wurde die Sonne schwarz und der Mond färbte sich blutrot. Der Himmel verschwand in der Finsternis und kein Feuer war stark genug, um Licht zu bringen, nicht einmal der strahlende Glanz der letzten Gestirne.
Schrecken erregendes Getöse umbrauste die wenigen noch Lebenden und düstere Gespenster mit finsteren Fratzen tauchten auf und rissen ihre Seelen in die Hölle hinab. Niemand ist mehr am Leben, kein Mensch, keine Pflanze, kein Tier.
Es gibt nur noch die Finsternis, den Tod und den Hass!
Wofür soll ich kämpfen, wenn es nichts mehr gibt wofür es sich zu kämpfen, zu leben, zu lieben lohnt? Warum bin ich noch am Leben? Wieso sieht Gott mit an, wie seine Schöpfung zu Grunde geht? Hat der Allmächtige der Welt den Rücken gekehrt?
Ich trage das Güldene Rüstwams und Kilbertus alten Bogen. Doch was sollen die letzten Pfeile ausrichten, was hunderte Waldläufer mit tausenden Pfeilen nicht ausrichten konnten?
Das «Buch der Atlanten» hat mich stets treu ans Ziel gebracht, doch auf meinem letzten Weg wird es mich nicht begleitet. Schon bald werde ich meine Liebe im Tode wieder sehen. Das ist das Ende meines Lebens, das Ende allen Lebens.
Den ersten Krieg gegen den Höllenfürst gewannen die Menschen dank ihrer Stärke, den Zweiten durch unsagbares Glück, den Letzten jedoch haben wir schmerzhaft verloren.
Ich bin der Letzte!